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Jarkko Oikarinnen

Marc Andreesen


Ereignisse allgemein

Der Urknall -> das ARPANET

Schuld an allem ist Sputnik. Den schickten die Russen 1957 ins All und die Amerikaner waren sprichwörtlich schockiert. Da die Amerikaner diesen Vorstoß so nicht auf sich sitzen lassen wollten, reagierten sie 1958 mit der Initiative ARPA (Advanced Research Projects Agency). Darin beschäftigten sie sich intensiv mit dem Bereich der Datenübertragung und Kommunikation, um den Rückstand zur Sowjetunion wieder aufzuholen. Larry Roberts und J.C.R. Licklider beschrieben von da an Computernetze als die herausragende zukünftige Forschungsaufgabe. 1969 wurde dann der erste ARPANET Host, die UCLA (University of California Los Angeles), angeschlossen, kurz danach folgte das SRI (Stanford Research Institute). Die Hosts im ARPANET benutzten das NCP (Network Control Protocol), das erste Host-to-Host Protocol. Im gleichen Jahr schreibt die UCLA die erste Nachricht über dieses Netz an das SRI: ein „L“.

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Die ersten Worte, E-Mail und TCP/IP

Nachdem anfängliche Übertragungs- und Kapazitätsprobleme überwunden werden mussten, war 1971 die Geburtsstunde von zwei wichtigen Protokollen für die Grundanwendungen des ARPANET: FTP und Telnet. Schon kurz nachdem das FTP (File Transfer Protocol) veröffentlicht wurde, konnten die ersten Texte im Netz online zur Verfügung gestellt werden. Der allererste Text war die „Declaration of Independence“ der Vereinigten Staaten von Amerika. Telnet machte es möglich, auf entfernte Computer so zuzugreifen, als ob man direkt vor ihnen säße, man schrieb auf einem Terminal, das direkt mit dem entfernten Computer verbunden schien.
Als echtes Kommunikationsmedium entwickelte sich das Netz schließlich im Jahre 1972 mit der Freigabe der ersten Software für E-mail von Ray Tomlinson.
Der Begriff Internet wurde erstmals 1974 in dem Aufsatz „A Protocol of Packet Network Internetworking“ verwendet, in dem Robert E.Kahn und Vinton G. Cerf auch das TCP (Transmission Control Protocol) darstellen. Vier Jahre später wurde TCP in TCP und IP (Internet Protocol) aufgegliedert.

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Der Weg zum WWW

Mit dem Usenet (Unix User Network) etablierte sich 1979 ein weltweites elektronisches Netzwerk von Diskussionsforen, bestehend aus Newsgroups. Sehr schnell entstand auch eine Verbindung zwischen Usenet und ARPANET an der University of California, Berkley. Im gleichen Jahr wurde damit begonnen, ein weiteres Netz von nicht ARPANET-Nutzern an Universitäten aufzubauen. 1981 entstand daraus das von der National Science Foundation (NSF) unterstützte CSNET (Computer Science Network).
Im Jahre 1983 wurde die Funktionsweise des DNS (Domain Name System) zur Verwaltung der Webseiten veröffentlicht. Grundlage ist eine hierarchisch organisierte, verteilte und replizierte Datenbank, in der der mögliche Namensraum in aufteilbaren Einheiten organisiert ist. Diese Domains können, von einem Root ausgehend, separat verwaltet und mit Sub-Domains verbunden werden.
In seinem Roman „Newromancer“ prägt William Gibson im Jahr 1984 den Begriff „Cyberspace“.
1985 gründen Internetpioniere aus San Francisco die virtuelle Gemeinschaft „WELL“ (whole earth lectronic link) zum Austausch von Gedanken und Visionen. Von Anfang an dabei: Howard Rheingold.
Ein neues Netzwerk, das NSFNET (entstanden aus dem CSNET der NSF), verknüpfte 1986 zunächst 5 Supercomputerstandorte in den USA, ermöglichte aber später auch anderen Ländern, sich anzuschließen. Nachdem Daten nun mehr und mehr ortsunabhängig zur Verfügung standen, wurde ab dem Jahr 1988 auch die zeitnahe Internetkommunikation ermöglicht: Jarkko Oikarinnen entwickelte das System des Internet Relay Chat (IRC). Die Überwindung von Raum und Zeit nahm ihren Lauf. Ein Jahr später bereits legte der erste Internet-Virus (ein Internet-Wurm von Robert T. Morris) innerhalb kurzer Zeit weite Teile des Internets lahm.
Als Deutschland und weitere Länder 1989 Anschluss an das NSFNET erhielten, legte Tim Berners-Lee einen der Grundsteine für den Erfolg des Internets: er stellte vor dem CERN (Conseil Européen pour la Recherche Nucléaire) sein Konzept des WWW (World Wide Web) vor. Den Prototyp des WWW schrieb er im folgenden Jahr basierend auf seinen Entwicklungen HTML (Hypertext Markup Language), URL (Uniform Resource Locator) und http (Hypertext Transfer Protocol). Das ARPANET wird noch im gleichen Jahr eingestellt und vom NSFNET abgelöst. 1991 wurde schließlich der erste WWW-Server im Kernforschungszentrum CERN in Genf installiert.

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Das Internet auf dem Sprung zum Massenmedium

Im Jahr 1993 gab das CERN das WWW zur weltweiten, uneingeschränkten Nutzbarkeit frei. Mit der darauf folgenden rasanten Verbreitung des WWW wurde HTML schnell zur weltweit dominanten Auszeichnungs- und Hypertextsprache. HTML ermöglichte zunächst vor allem den einfachen Austausch von Forschungsergebnissen und anderen Dokumenten zwischen verteilten Arbeitsgruppen über das WWW.
Al Gore, Vizepräsident der USA, verkündete am 15. September 1993 die „National Information Infrastructure Agenda for Action“, in der er Netzwerke nicht nur zu einer Multi-Milliarden-Dollar-Industrie, sondern zu einer Grundlageninfrastruktur für Wirtschaft, Bildung, Wissenschaft und Kultur erklärte. Und plötzlich geriet die Welt in Hektik, immer stärker wuchs fortan das Bewusstsein, in einem Schlüsseltechnologiesektor eventuell hinter den USA herzuhinken. Die kommerzielle Erschließung und die Massenbesiedlung des Internets waren spätestens damit nicht mehr aufzuhalten.
Waren 1992, vor der Freigabe des WWW, nur 1.136.000 Hosts angeschlossen hatte sich die Anzahl innerhalb eines guten Jahres bereits auf 3.000.000 verdreifacht (zum Vergleich: Jan 2005 317.676.000). Was als kleiner Forschungskreis entstand, wurde nun mit dem Ziel verfolgt, eine qualitativ hohe Infrastruktur für internationale Information und Telekommunikation in Forschung und Bildung zu entwickeln.

Ein Jahr nachdem 1994 der erste Internetprovider in nicht universitärem Umfeld entstand, gründeten Jim Clark und Marc Andreesen Netscape Communications. Sie entwickelten ihren ersten Browser, NSCA Mosaic, der auf einem Übertragungsprotokoll (SSL – Secure Sockets Layer) basierte, dass verschlüsselte Kommunikation mittels Tunneling ermöglichte. Auf die Markteinführung des Mosaic folgt später die Freigabe des Navigator 1.0. Browser revolutionierten das Internet: erst durch ihre einfache Handhabung wurde es für die breite Masse zugänglich, was dazu führte, dass schon bald die Zahl der kommerziellen Nutzer des Internets die Anzahl wissenschaftlicher Teilnehmer überstieg. 1994 wurde darüber hinaus das W3C (World Wide Web Consortium) am Computer Science Laboratory des MIT gegründet, das als Gremium zur Standardisierung WWW-basierter Techniken weiter zur leichteren Verbreitung beitrug. Seinen Vorsitz hatte T. Berners-Lee, der Erfinder des WWW.

Schon bald wurden auch sehr populäre private Projekte massenhaft umgesetzt. Yahoo, entwickelt von den damaligen Stanford-Studenten Jerry Yang und David Filo, sammelte etwa interessante Hyperlinks im World Wide Web und legte diese hierarchisch auf ihrem Webserver ab. Aber auch ungeliebte Errungenschaften des Internet fanden einen frühen Start und so wurde am 12. April 1994 die erste Spam-Nachricht verschickt: um das Geschäft seiner Kanzlei anzukurbeln, schrieb der US-Anwalt Laurence Canter ein kleines Computerprogramm, das die Nachrichtenforen des noch jungen Netzes mit Werbung für seine Kanzlei bombardierte. Schockiert vom ungewohnten Kommerz antwortet ein Nutzer: „schickt Kokosnüsse und Spam an Canter & Co.". Spam, eine Abkürzung für "Spiced Pork and Ham", ist nichts anderes als Dosenfleisch. Die Idee, unkontrollierbaren Müll als Spam zu bezeichnen, beruht auf einem Sketch der britischen Komikertruppe Monty Python. Darin tritt ein Chor von Wikingern auf, der durch ein anschwellendes "Spam, Spam, Spam" jede Konversation übertönt - so wie auch die unerwünschten Werbebotschaften den normalen Nachrichtenaustausch im Netz überlagern.

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Zero



Tim Berners-Lee

Jerry Yang und David Filo